Borreliose Selbsthilfegruppe

Oberschwaben-Bodensee-Allgäu

 

Willkommen auf der Homepage der Borreliose Selbsthilfegruppe Oberschwaben-Bodensee-Allgäu

 

Unsere Selbsthilfegruppe wurde im Dezember 1998 als Verein gegründet.

Der Zweck unserer Selbsthilfegruppe ist die Förderung der öffentlichen Gesundheit, insbesondere der Schutz vor der Infektionskrankheit "Lyme-Borreliose", die überwiegend in der freien Natur von Tieren, vor allem von Zecken, auf den Menschen übertragen wird und die Hilfe der daran Erkrankten. Die Selbsthilfegruppe betreibt, die „Lyme-Borreliose“ betreffend, die Aufklärung in Wort, Ton und Bild unter Miterwähnung ähnlich gelagerter Infektionskrankheiten, das Sammeln und Verbreiten von Informationen über die Behandlung, die Beratung Erkrankter und diesbezüglicher Risikogruppen, die Förderung und den Austausch von Informationen zwischen den Selbsthilfegruppen gleichen oder ähnlichen Zwecks und führt alle ihm zur Erreichung des Zwecks geeignet erscheinenden Maßnahmen durch.

 

Thema: Co-Infektionen - die mit Borreliose einhergehen können

 

Zecken können gleichzeitig mehrere Erreger wie Bakterien, Viren, Mycoplasmen und Einzeller übertragen. In Deutschland werden in Zecken teilweise auch folgende Erreger nachgewiesen:

 

FSME-Viren, Ehrlichiose, Rickettsien, Babesien, Bartonellen, Mycoplasmen, Chlamydien

Wenn trotz ausreichender antibiotischer Behandlung der Borreliose die Beschwerden zunehmen, und bei jedem chronischen oder ungewöhnlichem Verlauf der Krankheit, sollte man nach Co-Infektionen suchen.

Co-Infektionen bewirken ein oft schwierigeres Krankheitsbild. Die Organe sind stärker in Mitleidenschaft gezogen, das Immunsystem wird noch mehr unterdrückt und die Krankheitserreger sind schwieriger zu bekämpfen.

Das Klinische Krankheitsbild der Borreliose mit Co-Infektionen ist anders, als wenn jede Infektion einzeln besteht. Die Symptome können anders und die Krankheit atypisch sein! Schlimm ist es für Betroffene, bei welchen die Borreliose negativ getestet wird und welche deswegen keine Behandlung bekommen!

 

Frühsommer-Meningoenzephalitis  (FSME)

Das FSME-Virus befindet sich bei den betroffenen Zecken im Speichel und wird sofort beim Zeckenstich übertragen. Es kann aber auch in seltenen Fällen durch den Genuss von nicht abgekochter Rohmilch übertragen werden. Durch FSME gefährdete Gebiete sind Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Polen. Die Krankheit bricht nach 5 bis 28 Tagen aus.

Beschwerden:

Anfangs Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Magen- und Darmbeschwerden, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen. Vorübergehende Besserung. In der 2. Phase steigendes hohes Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Entzündung von Gehirn und Gehirnhäuten, Gleichgewichtsstörung,  Bewusstseinsstörung, Lähmung, Sprech-, Schluck-, Atemstörungen
 

 Ehrlichiose   (HGE) oder Anaplasmose

Diese Bakterien, die früher Ehrlichien und neuerdings Anaplasmen genannt werden, leben im Innern von weißen Blutkörperchen. Sie werden in 5 % der Zecken nachgewiesen. Bei darauf untersuchten Menschen haben bis zu 10% Antikörper. Leider werden die wenigsten Betroffenen darauf untersucht. Die Übertragung kann schon 6 Stunden nach dem Zeckenstich erfolgen.                     

Beschwerden: Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Leberschädigung, teilweise Hautausschlag. Erste Beschwerden eine bis drei Wochen nach Zeckenstich

Rickettsien

Bakterien der Gattung Rickettsia sind parasitäre Organismen, die sich in vielen Zecken, Flöhen, Milben und Läusen als Überträger finden.

Bis zu 9 % der Zecken in Deutschland sind mit Rickettsia helvetica befallen.

Die Braune Hundezecke (Riphicephalus) hat als Überträger der Rickettsia conori, Erreger des Mittelmeerfiebers, den Sprung aus dem Mittelmeerraume über die Alpen geschafft und wird in verschiedenen Regionen Süddeutschlands gefunden.

Beschwerden:

Fieber, Schweißausbrüche, grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen

Beim Mittelmeerfleckfieber kommen auf der Haut  kleine rote Flecken mit schwarzem Zentrum vor.



Katzenkratzkrankheit (Bartonella henselae)

Es gibt verschiedene Untergruppen der Bartonellen, die wiederum zu der Rickettsien-Gruppe gehören. Die Erreger werden von Katzen und Zecken übertragen, und vermehren sich im Innern von Erythrozyten (roten Blutkörperchen) und Edothelzellen. Sie können lange im Körper ruhen und bei schlechter Abwehrlage  (ähnlich dem Herpesvirus) zum Ausbruch der Krankheit führen.

Beschwerden:

Rote Pünktchen (Einblutungen) in der Haut, Lymphknotenentzündung, Hirnhautentzündung, Blutvergiftung, Herzklappenentzündung

 

Babesiose

Babesien gehören wie die Malaria zu den Protozoen (Einzeller), von denen es über 100 Arten gibt. Sie leben intrazellulär in den Erythrozyten (roten Blutkörperchen). In Europa sind Babesia divergens und Babesia microti  für die menschliche Erkrankung verantwortlich.

Beschwerden:

Nach 1 – 4 Wochen Abgeschlagenheit und Müdigkeit, gefolgt von Fieber, Hals- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtsverlust, Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Milz- und Lebervergrößerung, Abbau der roten Blutkörperchen,  in schweren Fällen Gelbsucht und Nierenversagen


                                       Mycoplasmen

Mycoplasmen sind kleinste selbständig vermehrungsfähige Bakterien. Sie besitzen keine Zellwand. In der Regel töten sie ihren Wirt nicht ab, sondern sie verursachen chronische Infektionen.   

Beschwerden:

Muskelschmerzen, chronische Müdigkeit, Gedächtnisstörung, Denkstörung   

Chlamydien

Chlamydien sind intrazelluläre Erreger, die Ursache unterschiedlicher Beschwerden sein können. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Unterarten:

 

Chlamydia pneumoniae   und   Chlamydia trachomatis

Chlamydia pneumoniae  wird vorwiegend über eine Tröpfchen-Infektion von Mensch zu Mensch übertragen, besitzt einen hohen Durchseuchungsgrad und verursacht u.a. folgende

Beschwerdebilder:

Gelenk- und Sehnen-Entzündungen, Multiple Sklerose, Fibromyalgie, Morbus Alzheimer, Chronisches Müdigkeits-Syndrom, Arteriosklerose. Symptome der frischen Infektion sind Halsschmerzen und oft nur gering ausgeprägte Zeichen einer Lungenentzündung.

 

Für Borreliose-Patienten besonders wichtig ist, dass es vier bis sechs Wochen nach der Erstinfektion mit Chlamydia pneumoniae zu Beschwerden in Gelenken und Sehnen kommen kann, die Borrelien-Symptome vortäuschen können.

 

Chlamydia trachomatis wird sexuell von Mensch zu Mensch übertragen und verursacht u.a. folgende

Beschwerdebilder: 

Fieber, Abgeschlagenheit und Entzündungen an Gelenken, am Auge und am Genitale, Sterilität


Als Risikofaktor für Chlamydien-Infekte gilt eine Unterdrückung/Abschwächung der Immunantwort u.a. auch bei chronischen Infektionen wie der Borreliose.

 

Zusätzlich zu den möglicherweise gemeinsam mit den Borrelien übertragenen Co-Infektionen gibt es auch Erreger, mit denen sich ein Patient als Folge der Borreliose und aufgrund eines daraus resultierenden geschwächten Immunsystems anstecken kann, z.B. das Epstein-Barr-Virus, das u.a. eine Hepatitis oder das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen kann.

 

Die möglichen Co-Infektionen und ihre Folgen sollten keinesfalls unterschätzt werden.

 

Treten im Zusammenhang mit einer vermuteten oder festgestellten Borreliose Symptome auf, die auf eine Co-Infektion schließen lassen, ist es ratsam, das Blut daraufhin mit gesonderten Tests überprüfen zu lassen.

 

 

Informative Links

Selbshilfenetzwerk Ravensburg

http://www.selbsthilfe-rv.de



SHG Bodenseekreis

Selbsthilfe-Wegweiser Bodenseekreis

 

Konstanz SHN

Selbsthilfenetzwerk Konstanz

 

 

LK Sigmaringen

Arbeitskreis Selbsthilfe-Wegweiser
für den Landkreis Sigmaringen

Petra Knaus  07571/52815

petra_knaus@yahoo.de



OnLyme-Aktion.org ist eine Mitmach- und Aktionsplattform für alle, die direkt oder indirekt von Lyme-Borreliose betroffen sind.
           


 

 

 

 



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