Borreliose Selbsthilfegruppe

Oberschwaben-Bodensee-Allgäu

Laboruntersuchungen

 

Bei der Diagnose sollten neben den Beschwerden auch Laboruntersuchungen berücksichtigt werden. Die Untersuchungen von Blut, Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), Gewebeproben und Gelenkspunktaten, die heute zur Verfügung stehen, sind lediglich Hilfsmittel, die die Diagnose nur mehr oder weniger wahrscheinlich machen können.

 

Folgende Tests werden zur Zeit angeboten:

ELISA , EIA = Enzymimmunoassay Tests und IFT = Immunofluoreszenz Tests sind Suchtests, bei denen in einem quantitativen Verfahren borrelien-spezifische Antikörper nachgewiesen werden.

·       IGM – Antikörper werden kurz nach der Infektion gebildet und sind nach einigen Wochen nicht mehr nachweisbar. Sie können aber in einem späteren Stadium der Krankheit wieder auftauchen.

·       IGG – Antikörper erscheinen etwas später und sind oft über Jahre nachweisbar und zeigen, dass sich das Immunsystem mit Borrelien beschäftigt hat. Leider nicht ob die Borrelien noch aktiv sind.

·       VlsE-Antikörper werden von den Borrelien nur im lebenden infizierten Organismus in der aktiven Vermehrungsphase gebildet. Antikörperantworten gegen dieses Protein sprechen deshalb für eine aktive behandlungsbedürftige Infektion.

Bei den vorher genannten Tests haben die Labors unterschiedliche Verfahren und Kriterien, so dass man hier keine Grenzwerte angeben kann.

·       Ein hoher „ Titer „ ( Menge eines Antikörpers)  sagt nichts über die Schwere der Krankheit aus. Es bedeutet, dass sich das Immunsystem mit dem Erreger beschäftigt.

·       Ein niedriger „ Titer „ kann bedeuten, dass keine Infektion vorliegt oder aber das Immunsystem ist von der Infektion überwältigt.- Kosten übernimmt Krankenkasse              

Immunoblot oder Westernblot 

Dieser Test zeigt die verschiedenen Antikörper, die auf Grund der Erreger produziert werden.  Er unterscheidet die Antikörper nach Gewicht ihrer Antigene und das Ergebnis wird in sogenannten  „ Banden „  ausgedrückt.  Jede

„ Bande „ steht für die Antikörperantwort auf ein bestimmtes Protein der gefundenen Bakterien.

Zeitliches Auftreten der „ Banden „:

·       Wenige Wochen kd oder p14, p21-24, p37, p38, p41

·       Wochen bis Monate kd oder p19, p26, p28, p39, p60-65, p83-100

·         Mehrere Monate kd oder P17, p31, p32, p34                                                                                                        

                                                                                                      

Wenn ein Krankheitserreger (z.B. Bakterien oder Viren) eine Infektion auslöst, dann bildet das Immunsystem  Antikörper, um diesen Erreger zu beseitigen. Findet man diese Antikörper gegen Borrelien, so ist das ein Hinweis auf eine Borrelien-Infektion. Leider geben diese Antikörper keinen Hinweis ob die Borreliose aktiv ist oder schon ausgeheilt ist. In beiden Fällen kann man Antikörper finden. Es gibt aber auch Fälle, dass das Immunsystem nicht reagiert und damit auch keine Antikörper gebildet werden.  – Kosten übernimmt Krankenkasse

                    Lymphozytentransformationstest  (LTT-Test) 

Bei dem in der Ärzteschaft umstrittenen LTT-Test werden Immunzellen aus dem Blut des Patienten mit Borrelienantigenen zusammengebracht. Werden dabei die T-Helferzellen aktiv, weist dies auf eine aktive Auseinandersetzung des Immunsystems mit Borrelien hin.

So können bei bisher seronegativen oder bei IGG positiven Tests und bei intrazellulär vorkommende Erreger eine Aktivität erkannt werden. Der LTT reagiert schon 10 Tage nach Beginn der Infektion und ist damit der frühestmögliche Infektionshinweis, wenn sich keine Wanderröte entwickelt hat. Ebenso ist er auch zur Verlaufskontrolle der Antibiotikabehandlung geeignet, da die Aktivität der Immunzellen bei der Überwindung der Erreger abnimmt.

Es können  dabei manchmal falsch positive Ergebnisse durch Kreuzreaktionen mit anderen Erreger (z. B. Epstein-Barr-Virus) vorkommen. Bei nicht aktivem Immunsystem gibt es natürlich ein falsch negatives Ergebnis.

Laborergebnis:

·       SI  < 2    = negativer Befund

·       SI  2 – 3 = grenzwertiger Befund

·       SI  > 3    = positiver Befund

Weiter wird auch der „ELISPOT“ als Test empfohlen. Dieser ELISPOT kann auch bei Co-Infektionen eingesetzt werden, z.B. Chlamydien, das Ergebnis liegt innerhalb von 2 Tagen vor. Auch dieser Test ist in derÄrzteschaft umstritten.

- keine Kassenleistung =  Eigenleistung  (IGEL-Leistung)

 

PCR = Polymerase – Kettenreaktions –Test 

Beim PCR-Test werden Teile der Borrelien - DNA (Träger der Erbinformation) vermehrt und sichtbar gemacht. Dadurch können schon kleinste Borrelien-Mengen nachgewiesen werden. Leider unterscheidet der Test nicht zwischen lebenden und abgestorbenen Borrelien. So können auch positive Befunde auf eine ausgeheilte Borreliose angezeigt werden.

Im Blut, Urin und Liquor kann man selten Borrelien nachweisen. Ein negativer Befund schließt deshalb eine Borrelien-Infektion auf keinen Fall aus.

Am erfolgreichsten ist der PCR-Test bei Gewebsproben (z.B. Haut) 50-70%, Gelenksflüssigkeit oder Gewebsproben aus dem Gelenk 50-70%, Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) nur 10-30%.

-keine Kassenleistung = Eigenleistung IGEL-Leistung)  

CD57 – Test

 Bei Verdacht auf Borreliose und negativen Antikörpertesten ist es möglich, dass das Immunsystem überhaupt nicht auf den Erreger reagiert. Hier kann man auf den CD57-Anteil der natürlichen Killerzellen untersuchen. Ein gesundes Immunsystem weist einen zwischen 60 – 360 aktivierten NK-Zellen/µl auf. Ein schon länger erkrankter Borreliose-Patient hat meist einen Wert unter 60 µl. Nach einer erfolgreichen antibiotischen Therapie steigen diese Werte wieder an und können so als Verlaufsparameter der Krankheit verwendet werden.

-keine Kassenleistung =  Eigenleistung  (IGEL-Leistung) -

Borrelien – Kultur  

Gewebsproben, Blut, Liquor und Gelenksflüssigkeit werden in eine spezielle Nährflüssigkeit gebracht, in der sich die Borrelien vermehren können. Wenn man die Borrelien mikroskopisch in der Kultur nachweisen kann, ist das der Beweis einer aktiven Borreliose. Leider gelingt das nicht immer und wird nur von wenigen Labors durchgeführt. Für die Routine-Diagnostik ist dieser Test auf Grund des hohen Zeitaufwandes wenig praktikabel

-keine Kassenleistung =  Eigenleistung  (IGEL-Leistung) -


CRP – Test  (C-reaktives Protein) 

Das CRP ist ein Laborwert zur Erkennung einer Entzündung. Es steigt rasch an, wenn eine Entzündung auftritt und fällt rasch wieder ab, wenn sie vorbei ist. Hohe Werte (>100 mg/l) sprechen mit großer Wahrscheinlichkeit für schwere bakterielle Infektionen oder ausgedehnten Gewebszerfall z. B. bei Tumorerkrankungen. Leicht erhöhte Werte (<50 mg/l) kommen auch bei leichteren oder lokal begrenzten Entzündungen, bei Virusinfekten oder kleineren Gewebsschäden vor.

BSG = Blutsenkungsgeschwindigkeit   

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist für die Diagnose der Borreliose völlig ungeeignet. Die BSG kann zwar in manchen Fällen leicht erhöht sein, ist aber gerade in den fortgeschrittenen Stadien häufig völlig normal. Im Gegensatz zu anderen bakteriellen Infektionen verläuft die Borreliose normal schleichend mit nur sehr schwachen entzündlichen Vorgängen.

B16+Test

Die B16+-Testreihe soll eine zuverlässige Methode sein, um chronische Borreliose nachzuweisen,. Diese Diagnostik zur Untersuchung von Borrelien- und Co-Infektionen besteht aus einer Testkombination von 16 Untersuchungen, mit der die Zuverlässigkeit der Diagnose drastisch gesteigert wurde,  d.h. in 18 Tests und 34 Einzeluntersuchungen werden mehr als 400 Antigene untersucht. Die Erkennungsrate von Borrelien-Infektionen soll mit dieser Methode sehr hoch sein.

- keine Kassenleistung =  Eigenleistung  (IGEL-Leistung) –

 

Neu: TickPlex in 2 Varianten –

 Nachweis polymikrobieller Infektionen mit Nachweismöglichkeit von Borrelien Antikörpern

 gegen zystische Formen

                    TickPlex

TickPlex Basic umfasst die Testung auf Borrelien inklusive der round bodies

-keine Kassenleistung = Eigenleistung ( IGEL-Leistung) -

 

TickPlex Plus erfasst die gleichen Pathogene wie der TickPlex Basic.

Darüber hinaus werden weitere zehn Erreger inklusive aller bedeutsamen Ko-Erreger

Getestet.

– keine Kassenleistung = Eigenleistung( IGEL-Leistung)-                  

 

Alle genannten Laboruntersuchungen können zu falsch positiven oder falsch negativen Ergebnissen kommen. Es gibt keine verbindlichen Standards für die verschiedenen Tests. Deshalb kann das eine Labor zu einem positiven und das andere zu einem negativen Ergebnis kommen. Nur der erfahrene Arzt kann entscheiden, welchen Test er zur Absicherung seiner Diagnose in Auftrag geben muss.

Wenn nur ein ELISA – Test durchgeführt wird und dabei falsch negativ ausfällt, besteht die Gefahr, dass ein infizierter Patient trotz Beschwerden keine Behandlung bekommt!

 

Die chronische Borreliose ist bis heute eine Ausschlussdiagnose und eine Sammeldiagnose. Sie kann viele Symptome und Laborergebnisse von anderen Krankheiten zeigen, die durch weitere Untersuchungen auszuschließen sind.

 

 

Informative Links

Selbshilfenetzwerk Ravensburg

http://www.selbsthilfe-rv.de



SHG Bodenseekreis

Selbsthilfe-Wegweiser Bodenseekreis

 

Konstanz SHN

Selbsthilfenetzwerk Konstanz

 

 

LK Sigmaringen

Arbeitskreis Selbsthilfe-Wegweiser
für den Landkreis Sigmaringen

Petra Knaus  07571/52815

petra_knaus@yahoo.de



OnLyme-Aktion.org ist eine Mitmach- und Aktionsplattform für alle, die direkt oder indirekt von Lyme-Borreliose betroffen sind.
           


 

 

 

 



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